Global Media Academy – Radio / Hörspiel

Global Media Academy – Radio / Hörspiel

Im ersten Studienabschnitt lernen die Studierenden das journalistische Handwerk wie Recherche, Schreiben, Organisieren und Gestalten. Gleichzeitig machen sie sich mit dem speziellen Medium Sprache vertraut: Sie produzieren Radiobeiträge und Sprachbeiträge für Online-Medien (Podcast). Hinzu kommt Basiswissen aus Kommunikationstheorie und Kommunikationsforschung, Medienrecht und Medienökonomie. 

Im zweiten Studienabschnitt wird das Grundwissen ergänzt und vertieft. Auf dem Programm stehen Themenbereiche wie Wirtschaft und Kultur, Sprachen und interkulturelle Kommunikation. Der journalistische Qualitätsbegriff wird diskutiert, semesterübergreifende Projekte bearbeitet. Ein Pflichtmodul zu Internationalem Journalismus steht in englischer Sprache auf dem Lehrplan. Abgeschlossen wird das Studium mit einem umfangreichen Studienmodul, das alle wesentlichen Aspekte freier bzw. selbstständiger journalistischer Tätigkeit abdeckt.

Die Teilnehmenden sollen dabei insbesondere die Besonderheiten des Mediums „Radio” kennenlernen und in der Lage sein, diese medialen und technischen Besonderheiten bei der Recherche, beim Texten und beim sprachlichen Präsentieren der Inhalte zu berücksichtigen und umzusetzen.

Was ist das Besondere am Medium Radio?

Beim Radio handelt es sich um ein klassisches “Nebenbei”-Medium, das im Hintergrund läuft, während die Hörer sich auf eine andere Tätigkeit konzentrieren. Damit unterscheidet sich das Radio deutlich von Printmedien, die der Leser meist mit voller Aufmerksamkeit nutzt. Es handelt sich außerdem, ebenso wie das Fernsehen, um ein lineares Medium. Das bedeutet, dass der Hörer beliebige Teile nicht wiederholen kann, wenn er etwas nicht richtig verstanden hat. Bei Printmedien dagegen kann er denselben Satz oder einen kompletten Absatz mehrfach hintereinander lesen, wenn ihm etwas unklar ist.

Sprachliche Besonderheiten im Medium Radio

Diese Tatsache hat auch Auswirkungen auf die Sprache, also auf das Verfassen und anschließende Sprechen der Beiträge. Radiojournalisten müssen mit der Gewohnheit brechen, Texte für einen Leser zu verfassen. Der Verfasser sollte also auch dann, wenn er komplexe Sachverhalte schildert, grundsätzlich eine einfache, bildhafte Sprache verwenden. Lange Sätze sind ebenso verpönt wie komplizierte Satzkonstruktionen. Denn besteht ein Satz aus mehr als dem Haupt- und einem Gliedsatz, ist der Hörer schlicht überfordert und bekommt wichtige Sachverhalte möglicherweise nicht mit. Für den Sprecher gilt: Er braucht eine angenehme Stimme, und muss klar und verständlich sprechen können, damit er auch verstanden wird und sein Beitrag nicht gekünstelt wirkt. 

Die wichtigsten Darstellungsformen

Die geläufigsten journalistischen Formate im Radiojournalismus stellen Nachrichten, Umfragen, Reportagen und Interviews dar. Wichtig ist für den Radiojournalisten vor allem, dass er möglichst viele O-Töne in einen Beitrag einbaut, um diesen abwechslungsreicher zu gestalten. Bei den O-Tönen kommen sowohl Hörer als auch Fachstellen oder sonstige Befragte zu Wort.

Grundsätzlich enthalten alle Beiträge die Elemente eines Interviews. Ist der Journalist etwa für eine Reportage vor Ort unterwegs, lässt er gerne die betroffenen Personen sprechen und erklären. Auch das trägt zur Authentizität eines Beitrages bei. Allerdings ist diese Vorgehensweise für den Journalisten mit einem etwas größeren Aufwand verbunden. Denn meist muss er die Aufnahme ein- oder zweimal wiederholen, um anschließend im Studio damit arbeiten zu können. Denn störende Hintergrundgeräusche, etwa ein vorbeifahrender Zug, ein startendes Flugzeug oder das Hupen eines Autos, worauf der Journalist keinen Einfluss hat, können wichtige Teile der Aufnahme zerstören, sodass der Beitrag unbrauchbar wird. Deshalb wird üblicherweise auch nicht live gesendet. Lediglich Interviews, die in der abgeschotteten Atmosphäre des Studios stattfinden, lassen sich problemlos live schalten. Das bietet den Vorteil, dass außerdem die Hörer eingebunden werden können, etwa im Rahmen einer telefonischen Umfrage oder durch die Möglichkeit, dass sie dem Interviewpartner weitere Fragen stellen.

Das Feature: einzigartig im Radio

Beim Feature handelt es sich um eine Darstellungsform, die es in dieser Form ausschließlich im Radiojournalismus gibt. Es handelt sich dabei um einen umfangreichen Beitrag, in dem Fakten mit Fiktion gemischt werden, wobei im Gegensatz zum Hörspiel die Fakten überwiegen. Wie wird sich der Verkehr in einer Großstadt ausgehend von der Gegenwart innerhalb der nächsten Jahrzehnte entwickeln? wäre etwa ein klassisches Feature-Thema, wobei das Für und Wider einer Prognose ausführlich dargestellt wird.


Vom Radiojournalismus unterscheidet sich grundsätzlich eine weitere Darstellungsform 

 

Das Hörspiel

Hörspiele sind akustisch dramatisierte Inszenierungen von Geschichten mit verteilten Sprecherrollen, Geräuschen und Musik. Das Hörspiel unterscheidet sich von einer reinen Lesung (Hörbuch) und auch vom Film, weil ihm keine visuellen Elemente eigen sind. Sie sind die erste originäre Kunstform, die das Radio in den 1920er Jahren hervorgebracht hat. Seitdem hat sich das Hörspiel zu einem eigenständigen literarischen Genre entwickelt.

Hörspielproduktionen sind Teamarbeit. Der Autor schreibt in Zusammenarbeit mit einem Dramaturgen oder Redakteur den Text, der in der Regel die Grundlage für die Hörspielproduktion darstellt (Produktionsmanuskript). Das eigentliche Stück, das später im Radio gesendet wird, ist eine Inszenierung, die maßgeblich durch den Regisseur und die beteiligten Schauspieler/ Sprecher geprägt ist. Außerdem sind an einer Hörspielproduktion in der Regel zwei Tontechniker (Ton und Schnitt) und ein Regieassistent beteiligt. Häufig werden auch ein Komponist, ein Sounddesigner, ein Geräuschemacher sowie Musiker engagiert.

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