“Blutige Pillen”

“Blutige Pillen”

Gefälschte Medikamente stellen eine der größten Herausforderungen der internationalen medizinischen Versorgung der Weltbevölkerung dar. Laut Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind in Europa insbesondere durch den Handel von Arzneimitteln über das Internet die Möglichkeiten der Regulierung des Handels in den letzten Jahren konstant gesunken. Auf dem afrikanischen Kontinent mit seinen unzureichenden staatlichen Strukturen, der inadäquaten Gesundheitsversorgung und der unregulierten Ein- und Ausfuhr aufgrund fehlender Zoll- und polizeilicher Grundstrukturen hat sich der Handel und der Verbrauch in den vergangenen 20 Jahren derart erhöht, dass davon ausgegangen werden kann, dass mehr als jedes zweite Medikament gefälscht oder verfälscht ist.

Große Fälschergruppen haben sich gebildet und beliefern den europäischen Markt mit Medikamenten, die besonders teuer und besonders sensibel sind. Ob es sich um potenzsteigernde Mittel , oder um sogenannte Sportmedizin handelt, die Mafia der Arzneimittelfälscher hat diese Märkte bereits fest im Griff. Auf dem afrikanischen Kontinent ist diese Entwicklung noch weiter vorangeschritten, weil dort auch gefälschte Medikamente des täglichen Bedarfes, wie Malariamittel, eingeführt werden. Das vorliegende Projekt soll durch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen über die Zustände in dieser globalen Marktsequenz aufklären und die Menschen für diese globale Herausforderung sensibilisieren und somit globales Engagement fördern .

In Expertenkreisen wird die Entwicklung auf dem Markt der gefälschten Medikamente bereits seit gut zwanzig Jahren diskutiert und verfolgt. So haben sich auf der Ebene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Initiative IMPACT, bei der UN, der europäischen Union und anderen Institutionen, wie dem internationalen Zollverband und der INTERPOL Experten zusammengefunden, die die Gefahr der Verbreitung gefälschter Medikamente erkannt haben, diese beobachten und auch bekämpfen. Auch die Pharmaindustrie und ärztliche und pflegerische Organisationen haben bereits zum wiederholten Maße auf die Gefahren dieses illegalen Marktes zumindest in Europa hingewiesen.

Trotz allem ist es bisher nicht gelungen, die Fälschungen und deren Verteilung zu unterbinden. Im Gegenteil wird davon ausgegangen, dass der Markt der gefälschten Medikamente immer noch zunimmt.

Während auf den europäischen Märkten hauptsächlich ausgewählte Medikamente mit immer perfekteren Methoden zumeist über das Internet auf den Markt kommen, nutzen die Fälscher auf dem afrikanischen Kontinent die Hilflosigkeit der staatlichen Institutionen und die Korruption, um dort fast alle Länder mit den gefälschten Medikamenten zu überfluten.

Bei diesen illegalen Geschäften mit der Gesundheit der Menschen wird sehr viel Geld verdient. Die letzten Jahre der anhaltenden Verteilung dieser gefälschten Arzneimittel hat besonders in China und Indien eine Mafia geschaffen, die über die Mittel verfügt, Medikamente so zu fälschen, dass die Verpackungen täuschend ähnlich sind und sie auf den ersten Blick nicht vom Originalmedikament zu unterscheiden sind.

Schon früh haben die Verantwortlichen erkannt, dass ohne Hilfe der Käufer dieser Markt nicht ausgetrocknet werden kann. Aus diesem Grunde hat man sich entschlossen, sowohl in Europa, als auch in Afrika Systeme der Kennzeichnung der echten Medikamente einzusetzen, die den Betroffenen die Möglichkeit geben, die Echtheit des jeweiligen Medikaments zu überprüfen. Alle diese Versuche haben aber bisher nicht zu dem erhofften Ergebnis geführt, da sich einerseits die Fälscher auf diese Dinge eingerichtet haben und andererseits die Käufer sich der Problematik nicht ausreichend bewusst sind.

Es ist also unbedingt notwendig, diese Bedrohung der Gesundheit weiter Teile der Weltbevölkerung verstärkt mit den Konsumenten zu diskutieren, das Problembewusstsein zu schärfen und auf diese Weise die Bemühungen von WHO, UN und EU zu unterstützen.

 

Comments Off on “Blutige Pillen”